Von der Erfahrung im Maschinenbau zur heutigen WIAP AG
Die Geschichte der WIAP AG beginnt lange vor der eigentlichen Firmengründung im Jahr 2007. Sie ist die Geschichte einer Familie, die seit Jahrzehnten im Werkzeugmaschinenbau tätig ist und technische Herausforderungen immer wieder als Antrieb für neue Lösungen verstanden hat.
Über vier Jahrzehnte hinweg entstanden Maschinen, Automationslösungen und MEMV-Systeme für unterschiedlichste Branchen und Kunden. Dabei entwickelte sich WIAP Schritt für Schritt vom Anbieter technischer Lösungen zum Entwickler und Hersteller eigener CNC-Maschinen und kompletter Automationssysteme.
1970er-Jahre – Die technischen Wurzeln
Bereits in den 1970er-Jahren sammelte die Gründerfamilie Widmer bei +GF+ in Schaffhausen umfangreiches Know-how im Werkzeugmaschinenbau.
Internationale Einsätze in mehr als vierzig Ländern sowie die Mitarbeit am KAMAS-Projekt in Russland brachten wertvolle Erfahrungen und prägten die technische Ausrichtung der späteren Unternehmensentwicklung.
1981 – Gründung der INTER WIAP AG
1981 wurde die INTER WIAP AG in Aarau gegründet.
Zu den ersten Tätigkeitsbereichen gehörten Werkvertretungen, Projekte für Giessereien und Automationslösungen sowie die Vibrations-Metallentspannung MEMV.
Bereits ab 1983 entwickelte und baute WIAP eigene MEMV-Anlagen zur Vibrationsspannungsreduzierung (VSR). Damit begann eine Entwicklung, die bis heute zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehört.
1987 – Der erste WIAP-Portallader
1987 entstand mit dem WIAP PL2 der erste eigene Portallader. Damit begann eine kontinuierliche Entwicklung eigener Automationslösungen.
Die WIAP-Portallader wurden später unter anderem bei Tripet, Grundfos, Embraco, Trumpf und Bilz eingesetzt.
1989–1990 – Der Einstieg in den eigenen CNC-Maschinenbau
1989 baute WIAP die erste eigene CNC-Doppelseitendrehmaschine mit integriertem Portallader, Messstation und Waschanlage.
1990 folgte mit dem WIAP PL3 ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt. Der für Kellenberger entwickelte Portallader war für Werkstücke mit einem Gewicht von bis zu 2 × 25 kg ausgelegt und wurde in eine Heid-Maschine integriert.
Mit diesen Projekten entwickelte sich WIAP zunehmend vom Anbieter einzelner Komponenten zum Entwickler kompletter Maschinen- und Automationslösungen.
1993–1997 – Serienmaschinen für Hilti
Zwischen 1993 und 1997 wurden bei WIAP mehrere Maschinen konstruiert und gebaut. Diese Maschinen wurden für einen Zulieferbetrieb und für die Herstellung von Bauteilen bei der Firma Hilti eingesetzt.
Das Projekt zeigte bereits deutlich die Fähigkeit von WIAP, individuelle CNC-Maschinen entsprechend den Anforderungen industrieller Produktionsprozesse zu entwickeln und umzusetzen.
1998 – Eine der grössten CNC-Drehmaschinen der Schweiz
1998 startete WIAP mit der Entwicklung einer aussergewöhnlich grossen CNC-Drehmaschine für die Firma Rollstar.
Mit einem Schwingdurchmesser von 1’300 mm gehörte die Maschine zu den grössten CNC-Drehmaschinen, die zu dieser Zeit in der Schweiz gebaut wurden.
Dieses Projekt war ein weiterer Meilenstein im eigenen CNC-Maschinenbau und unterstrich die Kompetenz von WIAP bei der Entwicklung und Realisierung grosser und anspruchsvoller Werkzeugmaschinen.
1998–2000 – Grossprojekt bei Saarstahl
Parallel dazu realisierte WIAP zwischen 1998 und 2000 bei Saarstahl ein umfangreiches Modernisierungsprojekt. Mehrere Walzendrehmaschinen wurden vollständig erneuert und technisch modernisiert.
Die Dimensionen waren aussergewöhnlich: Die schwerste Maschine wog rund 150 Tonnen. Das gesamte Auftragsvolumen belief sich auf mehr als 3 Millionen Schweizer Franken.
Das Projekt stellte einen bedeutenden Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar und zeigte, dass WIAP auch sehr grosse und technisch anspruchsvolle Maschinenprojekte planen, modernisieren und umsetzen konnte.
1999–2000 – Grossmaschine für GROB in Nebikon
Von 1999 bis 2000 wurde zusätzlich eine grosse Maschine für die Firma GROB in Nebikon realisiert.
Die Maschine verfügte über einen Schwingdurchmesser von 1’600 mm und hatte ein Maschinengewicht von rund 25 Tonnen.
Auch dieses Projekt unterstrich die zunehmende Spezialisierung von WIAP auf grosse, kundenspezifische CNC-Maschinen.
Internationale Projekte
In den folgenden Jahren war WIAP an verschiedenen internationalen Projekten beteiligt. Dazu gehörten unter anderem ein grosses Industrieprojekt in Afrika sowie ein umfangreiches Ausbildungsprojekt in Vietnam.
Diese Projekte führten zu einer starken internationalen Ausrichtung des Unternehmens. Gleichzeitig zeichnete sich mit dem Eintritt der zweiten Generation eine neue Ausrichtung ab: Die Aktivitäten sollten wieder stärker auf die Schweiz, den eigenen Maschinenbau und die Entwicklung eigener technischer Lösungen konzentriert werden.
2007 – Die heutige WIAP AG
2007 entstand die heutige WIAP AG Ltd SA.
Der Familienbetrieb konzentriert sich seither auf vier zentrale Bereiche:
MEMV Vibrations-Metallentspannung · CNC-Maschinenbau · Automation · Retrofit und Umbauten
Sven Widmer führt die Geschäfte. Jim Peter Widmer verantwortet Konstruktion und Service, Iris Widmer den Finanzbereich. HP Widmer bringt seine langjährige Erfahrung in die Beratung ein und entwickelt neue technische Konzepte und Lösungen.
2014–2023 – Weiterentwicklung, neue Maschinen und Retrofit
Zwischen 2014 und 2017 wurde die MEMV-Technologie mit umfangreichen Messreihen weiter untersucht und dokumentiert. Die Arbeiten führten zu einer weiteren technischen Entwicklung der Technologie und zu zusätzlichen Patenten.
2017 konstruierte und baute WIAP für die SBB Schweizerischen Bundesbahnen die DM3S, eine eigenentwickelte Schäl- und Rolliermaschine. Die Maschine wurde mit einem automatisierten Be- und Entladesystem für die Bearbeitung von bis zu 100 Ankerbolzen ausgeführt.
Von 2018 bis 2023 realisierte WIAP für die Firma Striebig in Luzern mehrere Maschinenumbauten und stattete bestehende Maschinen mit neuen CNC-Steuerungen aus.
2023 entstand für Striebig zudem eine neue CNC-Maschine mit insgesamt neun Achsen. Die Maschine vom Typ WIAP ALW wurde speziell für die Anforderungen des Kunden entwickelt und gebaut.
Diese Projekte zeigen die kontinuierliche Weiterentwicklung von WIAP: von der Modernisierung bestehender Maschinen über kundenspezifische Automationslösungen bis hin zur Entwicklung komplett neuer CNC-Maschinen.
Heute – Erfahrung für die Zukunft
Heute arbeitet bereits die zweite Generation aktiv im Unternehmen. Gleichzeitig steht die dritte Generation bereit, die Geschichte des Familienbetriebs weiterzuführen.
WIAP entwickelt weiterhin eigene Maschinen, Automationslösungen und MEMV-Systeme. Gleichzeitig werden bestehende Werkzeugmaschinen durch Retrofit und Umbauten modernisiert und an heutige Anforderungen angepasst.
Eine der besonderen Stärken von WIAP liegt heute in der Breite des technischen Know-hows. Von der Konstruktion über den Maschinenbau und die CNC-Technik bis hin zu Automation, Retrofit und MEMV kann WIAP viele Aufgaben innerhalb eines Projekts selbst abdecken.
Für den Kunden bedeutet dies kurze Wege und einen zentralen Ansprechpartner. Anstatt für jede technische Aufgabe verschiedene Spezialisten koordinieren zu müssen, kann WIAP viele Lösungen aus einer Hand entwickeln, bauen, modernisieren und in Betrieb nehmen.
Dabei verbindet WIAP jahrzehntelange Erfahrung im Werkzeugmaschinenbau mit neuen technischen Ideen und individuellen Lösungen.
Seit den Anfängen steht bei WIAP eines im Mittelpunkt: technische Herausforderungen nicht nur zu lösen, sondern daraus neue Lösungen zu entwickeln.
Von den ersten MEMV-Anlagen über eigene Portallader und CNC-Maschinen bis hin zu modernen Retrofit-, Automations- und MEMV-Lösungen zieht sich diese Philosophie durch mehr als vier Jahrzehnte Unternehmensgeschichte.
WIAP – Erfahrung, Technik und Entwicklung aus einer Hand.